22/09/2017

5 Tipps für einen reibungslosen Dolmetschprozess

Sie haben schon seit Wochen Magenschmerzen. Darum beschließen Sie, zum Hausarzt zu gehen. Der Hausarzt stellt Ihnen Fragen: Machen Sie eine Diät? Haben Sie Stress? Wenn Sie allerdings Asylbewerber sind, ist es nicht so einfach zu beschreiben, was Ihnen fehlt. Denn das Wort “Magen” kennt man in Eritrea überhaupt nicht. Dort spricht man von “Beschwerden im Bauch”.

Für einen Dolmetscher ist diese gebiets- und kulturgebundene Ausdrucksweise schwierig. Kommen Sie am Telefon mal dahinter, dass “Magen” gemeint ist, wenn “Bauch” gesagt wird. Diese Verwirrung kann bei einem Auftraggeber zu Irritationen führen. Logisch, aber zum Glück zu vermeiden. In diesem Blog lesen Sie, wie ein Gespräch mit dem Dolmetscher reibungslos verlaufen kann.

Verschiedene Lebenswirklichkeiten

Wir hier im Westen denken nicht oft darüber nach: kontaktloses Bezahlen, Tesla, Bitcoins – nicht weiter ungewöhnlich. Doch versetzen Sie mal in die Lage eines eritreischen Asylbewerbers, wenn er, über einen Dolmetscher, mit Ihnen ins Gespräch kommt. Gut möglich, dass er an diesem Tag aus dem Staunen über unsere westliche Welt nicht herauskam.

Korrektes Dolmetschen ist lebenswichtig

Zum Beispiel in medizinischen Situationen. Ein guter Dolmetscher muss einige Techniken und Verhaltensregeln kennen. Zum Beispiel: Übersetze wortwörtlich und sei unparteiisch. Allerdings gibt es Dolmetscher, die es mit diesen Regeln nicht so genau nehmen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man darum immer ein professionelles Dolmetscherbüro einschaltet. Kann mit diesen Verhaltensregeln immer ein einwandfreies Gespräch sichergestellt werden? Nein, noch nicht ganz.

Das geht in einem Dolmetschprozess oft schief

Manchmal benötigt eine Fremdsprache mehrere Wörter, um etwas auszudrücken, was im Deutschen mit einem Wort deutlich ist. Eine Frage übersetzen kann darum länger dauern, als der Auftraggeber erwartet. Es scheint dann so, als ob der Dolmetscher dem Ganzen eine eigene Wendung gibt, das ist aber nicht so. Das führt zu Irritationen. Auch kommt ein Dolmetscher aus einer anderen Kultur und ist er möglicherweise andere Umgangsformen gewöhnt. Da, wo Sie gern konkret sind, kann das für einen Dolmetscher unangenehm sein. Das kommt der Atmosphäre in einem Gespräch natürlich nicht zugute.

So sorgen Sie dafür, dass ein Dolmetschprozess gut verläuft

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Arbeit und das gilt besonders für ein Dolmetschgespräch. Diese fünf Tips helfen Ihnen selbst, dem Kunden und dem Dolmetscher!

Tipp 1 – Seien Sie transparent

Sorgen Sie dafür, dass Sie von Beginn an offen sind. Finden Sie, das etwas zu lange dauert? Dann fragen Sie sofort, warum etwas länger dauert und warten Sie nicht, bis es Sie irritiert. So erzeugen Sie einen sicheren Rahmen, in dem sich der Dolmetscher frei fühlt, zu erklären, was in einer speziellen Situation vorliegt.

Tipp 2 – Stimmen Sie Ihre Erwartungen ab

Um ein Gespräch reibungslos verlaufen zu lassen, ist es gut, wenn der Dolmetscher angibt, wenn er dem Kunden etwas erklärt. So entsteht Struktur in einem Gespräch. Und das ist angenehm für alle Parteien. Beraten Sie sich darum vor dem Gespräch mit dem Dolmetscher, wie Sie gemeinsam vorgehen. Auf diese Weise werden undeutliche und verwirrende Gespräche vermieden.

Tipp 3 – Nehmen Sie sich Zeit

Es klinkt natürlich logisch, doch oft geschieht es nicht: Planen Sie ausreichend Zeit für ein Dolmetschergespräch ein. Dolmetschen in Sprachen wie Tigrinya und Arabisch erfordert durch das unterschiedliche Vokabular mehr Zeit. Außerdem wäre niemandem geholfen, wenn der Dolmetscher durch Zeitnot seine Sätze nicht beenden kann.

Tipp 4 – Sprechen Sie Ihr Gegenüber direkt an

Bitten Sie den Dolmetscher, immer in der Ich-Form zu sprechen. Fragen Sie zum Beispiel: “Wo haben Sie Schmerzen?” Anstatt: “Können Sie den Patienten fragen, wo er Schmerzen hat?” Das spart nicht nur Zeit, man bekommt auch einen direkteren Kontakt mit dem Klienten. Und darum geht es letztendlich.

Tipp 5 – Seien Sie vorbereitet

Haben Sie beruflich öfter mit Asylbewerbern zu tun? Dann hilft es sich ein wenig in den Hintergrund der meistvorkommenden Sprachen und Kulturen zu vertiefen – in Zeiten der Flüchtlingskrise würden zum Beispiel in die von Syrien und Eritrea. Das fördert das Verständnis und erleichtert die Kommunikation.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie so ein Dolmetschprozess abläuft?

Mehr Informationen finden Sie hier. Oder möchten Sie direkt einen professionellen Dolmetscher anfordern? Das geht selbstverständlich auch. Rufen Sie uns an unter +31 (0)20-820 2807, wir helfen Ihnen gern.